Gibbon-Affe büxt aus Zoo aus und macht drei Tage lang Nachbarschaft unsicher – Nach mehrstündiger Jagd kann der Affe von Zoo-Mitarbeitern eingefangen werden!

Ich glaub´ mich laust der Affe

Ort: Mittelsten Thüle bei Friesoythe, LK , Niedersachsen

(gs) Kinoreifes Affentheater in einem beschaulichen Wohngebiet in Mittelsten Thüle bei Friesoythe: Anwohnerin Ingrid Reins traute ihren Augen nicht, als plötzlich ein Affe an ihrem Rolladenkasten hangelte. Auf Nachfrage beim benachbarten Zoo an der bekannten Thülsfelder Talsperre erfuhr sie dann, dass dort bereits am Donnerstag einem Gibbon-Affe nach Durchschwimmen eines Wassergrabens die Flucht aus dem Gehege gelungen war. Seitdem tobte das süße kleine Äffchen durch das angrenzende Wohngebiet. Anwohner konnten schon ihre Hunde nicht nach draußen lassen, da der Affe immer und überall kurz auftauchte, aber genauso schnell wieder verschwand.

Nachdem der Zoo trotz mehrfacher Anfragen nichts tat, um ihren Affen wieder einzufangen, rief Ingrid Reins die Polizei. Die reichlich verwunderten Beamten hakten schließlich beim Zoo nach und dieser schickte zwei Mitarbeiter. Doch als die zwei Männer mit Keschern auftauchten, tauchte der Affe ab – hoch hinauf in die Spitze einer 20-Meter Eiche. Kaum verschwanden die Zoo-Mitarbeiter wieder, um Bananen zu besorgen, kletterte das Äffchen wieder hinunter und turnte erst einmal quer über einen Bauernhof - solch eine Kletterspielwiese bietet das Zoogehege wohl nicht. Ob in der Scheune hangeln, auf Hausdächern klettern und auf dem Dachfirsten balancieren. Der Affe ließ kein Kunststück in der freien Natur aus. Schließlich versuchten die Zoo-Mitarbeiter den flinken Flüchtling mit Bananen zu locken, doch diesen lockte viel mehr die Kletterei und wieder begann ein affenartiges „Katz-und-Maus“-Spiel. Als das Äffchen sich auf einen Kiefernbaum versuchte zu retten, griffen die Zoo-Mitarbeiter zu immer drastischeren Methoden, um den Flüchtling aus der Reserve zu locken. Mit Tannenzapfen warfen sie auf den Affen und brachten diesen damit nicht nur zum Schreien, sondern ihnen gelang es zwischenzeitlich auch, dass er versuchte wiederum zu flüchten. Doch die Treibjagd mit dem Kescher kreuz und quer über den Hof endete wieder auf dem gleichen Baum. Auch als der Affe selbst mit einer langen Speer-Stange nicht dazu zu bewegen war, nach unten zu kommen, gaben die Zoo-Mitarbeiter auf. Eine Narkosespritze sollte folgen. Als ob der Affe dies angsterfüllt gehört hatte, kletterte er kurz darauf selber vom Baum und rannte hinüber in eine Scheune – direkt in eine Sackgasse. Von unserem Kameramann wurde der Rückzugsweg versperrt, bis die Zoo-Mitarbeiter wieder mit ihren Keschern herbeigeeilt waren. Nach weiteren Minuten eines spektakulären Kampfes, gelang es den Helfern – nachdem der Affe beim Versuch über eine Dachkante zu flüchten abrutschte – mit den Keschern zuzuschlagen und den Flüchtling dingfest zu machen. Zwar wehrte dieser sich fauchend gegen seine Transportkiste, ließ sich aber mit Bananen beruhigen. Ende eines Abenteuer-Ausflugs in der Freiheit und Ende eines vielleicht einmaligen Affentheaters mitten im beschaulichen Mittelsten Thüle bei Friesoythe…