Der SV Meppen ist auf der Suche nach einem Testspielgegner für den heutigen Dienstag fündig geworden. Um 20 Uhr trifft das Team um Hubert Hüring in Groningen auf den niederländischen Amateurklub Be Quick 1887, gegen den bereits am Sonntag gespielt werden sollte. Die Niederländer mussten die Partie jedoch absagen, da man entgegen der eigenen Erwartung schon wieder in den Punktspielbetrieb einsteigen musste. Austragungsort der morgigen Partie ist das Stadion “de Esserberg” (Rijksstraatweg 16) im südlichen Groninger Stadtteil Haren.
Be Quick zählt zu den ältesten Fußballvereinen der Niederlande. Größter Erfolg der Klubgeschichte ist der Gewinn des holländischen Meistertitels in der Saison 1919/20. Heute nehmen die Schwarz-Weißen am Punktspielbetrieb der höchsten Amateurklasse (Hoofdklasse) teil, die die dritthöchste Liga der Niederlande bildet.
Bereits am Freitag letzter Woche testete man gegen den BSV Kickers Emden. Geht es nach den Eindrücken des Testspiels, könnte der SVM direkt in die Rückwunde starten. Denn was die Mannschaft beim 2:2 (0:2)-Remis auf der Anlage des niederländischen Amateurklubs DETO Vriezenveen zeigte, macht für die anstehenden Aufgaben in der Meisterschaft viel Mut.
Gerade in der zweiten Halbzeit wusste das Team zu beeindrucken. Mit tollem Offensivfußball und ebenso brillant heraus gespielten Torchancen fast im Minutentakt. “Da haben wir richtig Gas gegeben”, bemerkte Chefcoach Hubert Hüring dann auch mit zufriedener Miene. Angriff auf Angriff rollte in diesem Abschnitt auf das Emder Gehäuse zu, und wäre nicht Kickers-Keeper Marcel Lücking bei etlichen Meppener Torschüssen förmlich über sich hinausgewachsen, so hätte der SVM als klarer Sieger das Kunstgrasfeld verlassen.
Seine größten Taten vollbrachte Lücking in der 72. und 81. Minute, als er mit sensationellen Paraden den Torjubel der knapp 20 mitgereisten SVM-Fans im Keim erstickte. Zunächst lenkte Lücking den Ball nach einem ebenso wuchtigen wie präzisen Kopfball von Tim Natusch (der schon in der 36. Minute eine Riesenchance vergeben hatte) im Flug an die Oberkante der Querlatte. Dann rettete er seiner Elf das Remis, als er sich entschlossen in einen Fünfmeterschuss des von Sebastian Ferrulli wunderbar angespielten René Lewejohann warf.
Zweimal trafen die Hüring-Mannen in sehenswerter Manier. In der 53. Minute war es der bestens aufgelegte Sebastian Ferrulli, der nach schöner Vorarbeit von René Lewejohann aus kurzer Entfernung traf. Dann holte Johan Wigger wieder einmal den Hammer heraus und jagte die Kugel in der 69. Minute aus 30 Metern flach neben den linken Torpfosten in die Maschen.
Es waren die Treffer zu einem mehr als verdienten Ausgleich, nachdem die zunächst gut gestaffelten Emder (mit den Ex-Meppenern Andreas Gerdes-Wurpts und Bernd Grotlüschen) in der ersten Hälfte eine fünfminütige Meppener Schlafmützigkeit ausgenutzt hatten und mit 2:0 führte. Kevin Nennhuber war es in der 26. Minute, der im Anschluss an einen weiten Freistoßball einen Sekundenschlaf der Meppener Hintermannschaft zum Führungstor seiner Elf nutzte. Und fünf Minuten später erhöhte Paolo Rizzo nach einem exzellent vorgetragenen Konter auf 2:0.
Erkenntnisse brachte die Partie gegen den Ligarivalen indes nicht nur in spielerischer, sondern auch und vor allem in kämpferischer Hinsicht. Denn vor allem in der zweiten Halbzeit schenkten sich beide Teams in Punkto Einsatzwillen, Robustheit und Zweikampfhärte nichts. Waren die vorherigen Testspielauftritte zumeist noch im “Schongang” verlaufen, so war gestern mächtig Feuer in der Partie. Auch wenn dabei ein paar Mal die Grenze des Erlaubten überschritten wurde, so dürfen die 90 Minuten von Vriezenveen als willkommene Einstimmung auf das gelten, was unser Team in den Oberliga-Punktspielen erwartet.
Sie waren nach Ansicht von Trainer Hubert Hüring gestern Abend der “moralische Sieger”: Antczak – Bruns (22. Wille, 34. Natusch), Göttsch, Klemm, Schepers (84. Schnettberg) - Mayer (76. Weusthof), Dogan (46. Wigger) - Aledrissi, Bayraktar (70. Hoppe), Ferrulli – Özkan (46. Lewejohann).

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