Hobbymeteorologe Florian Bethke aus Sustrum stellt Wetterdaten ins Internet
Sustrum (bjd) – Eine ausgeprägte „Tiefdrucksuppe“ hat in den vergangenen Tagen unser Wetter bestimmt. Das sagt nicht Jörg Kachelmann, sondern Florian Bethke. Dass sich der 25-jährige ähnlich ausdrückt wie Deutschlands bekanntester Wettervorhersager, ist kein Zufall. „Manchen mag es auf die Nerven gehen, wie der Kachelmann das präsentiert. Ich finde es klasse“, sagt Bethke – und interessant findet er es obendrein. Denn auch der Sustrumer beschäftigt sich in seiner Freizeit intensiv mit den Wetterverhältnissen.
In seinem Zimmer im elterlichen Haus flimmern gleich 4 Monitor mit den Bildern verschiedener Wetterdienste, dazu kommen die Aufzeichnungen von seiner eigenen Wetterstation. Temperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit – bis zu 10000 Daten über mehrere Jahre kann Bethke speichern. „Auch den Windchill“, wie er fachmännisch das ausdrückt, was der Laie „gefühlte Temperatur“ nennt:
Alle 5 Stunden veröffentlicht Bethke seine Aufzeichnungen im Internet. „Das ist aber reine Spielerei“, blockt er gleich Fragen ab, was denn das Sustrumer Wetter im weltweiten Netz zu suchen habe.
Warum sich der 25-jährige so sehr für die Entwicklung des Wetters interessiert, hat vielmehr einen ganz anderen Hintergrund: Bethke fotografiert seit vielen Jahren leidenschaftlich gern – am liebsten, wie sollte es anders sein, Wetterphänomene. Mit seiner fast professionellen Ausrüstung reist er schonmal durch das Emsland oder hinauf bis nach Ostfriesland, wenn sich irgendwo ein Gewitter zusammenbraut. „Und dank der Wetterstation weiß ich ja, wo ich hinmuss“, so Bethke. Außerdem arbeitet er in der Feuerwehr mit. „Da kann ich manchmal schon anhand der Wetterdaten ahnen, ob wir bald zum Einsatz gerufen werden“, spielt Bethke etwa auf Überschwemmungen durch starken Regen an, bei denen er und seine Kameraden gefragt sind. Was etwa eine Gewitternase, eine Omega-Lage oder eine Absink-Inversion sind, dieses Fachwissen hat sich Bethke in den vergangenen rund 5 Jahren, seit er seine erste Wetterstation aufgebaut hatte, kontinuierlich angelesen. Mit diesem Wissen kann er auch feststellen, „dass dieser Winter vollkommen normal war – auch wenn ich mich selbst nicht an soviel Schnee erinnern kann.“
Einen Ausblick darauf, wie wohl der kommende Sommer wird, will er nicht wagen. „Jede Vorhersage, die über die nächsten 3 Tage hinaus geht, ist unseriös.“ Hoffen wir einfach mal auf eine klare „Hochdrucksuppe“.


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