Wieder nur Unendschieden: Meppen spielt 1:1 gegen Hamlen

Drei Tage nach dem 2:2 von Nordhorn hat der SV Meppen einen großen Rückschlag hinnehmen müssen. Beim 1:1 (0:0) vor 1000 Zuschauern in der vivaris Arena gegen Preußen Hameln war der SVM über weite Strecken zwar die spielbestimmende Mannschaft, ließen sich aber kurz vor Schluss noch den so heiß ersehnten ersten Sieg im Jahr 2010 entreißen. “Brutal”, wie SVM-Angreifer Sebastian Ferrulli befand.

In der 83. Minute prallte der Ball im Anschluss an einen Freistoß fast von der Mittellinie genau vor die Füße von Hamelns Abwehrakteur Ruven Klimke. Der fackelte nicht lange und überwand SVM-Keeper Marcus Antczak, der bis dahin kaum einmal etwas zu tun gehabt hatte, mit einem trockenen Schuss aus acht Metern. Zuvor hatte Eray Bayraktar den SVM in der 51. Minute mit 1:0 in Führung gebracht. Nach einem Eckstoß von Hüseyin Dogan köpfte Junior Ngole die Kugel genau in den Lauf von Bayraktar, der sie dann aus kurzer Distanz ebenfalls per Kopf über die Linie beförderte.

Dieser Treffer war indes viel zu wenig für den Aufwand, der gestern Abend betrieben wurde. Eine Stunde lang dominierten die Meppener die temporeiche Partie klar, zeigten sich gegenüber ihren vorherigen Auftritten gegen Langenhagen und Nordhorn in allen Mannschaftsteilen deutlich verbessert und erarbeiteten sich fast im Dutzend hochkarätige Torgelegenheiten. Gleich dreimal scheiterten Andreas Mayer und Sebastian Ferrulli jedoch am Gestänge des Gästegehäuses. Dazu vergaben vor allem René Lewejohann, Eray Bayraktar und Marcel Hoppe aus günstigsten Positionen.

Allein der enorm stark aufspielende und in seinem Tatendrang kaum zu bremsende Hoppe hätte gestern Abend alles für sein Team klar machen können. Mehrfach aber fand er in Hamelns Schlussmann Stefan Schmidt seinen Meister oder war, wie in der 17. Minute nach einer rotverdächtigen Notbremse von Fabian Kowalski, nur mit unfairen Mitteln zu stoppen. In der 25. Minute war Hoppe auf dem Weg zu einem sicheren Torerfolg zu uneigennützig und wollte quer passen statt aus acht Metern selbst abzuziehen. Und in der 52. Minute hätte er besser auf den völlig frei stehenden Ferrulli abgelegt, statt es aus spitzem Winkel selbst zu probieren.

Die größte Gelegenheit zum Siegtreffer ließen die Gastgeber jedoch in der 90. Minute ungenutzt. Hatte Sekunden zuvor noch Andreas Mayer den Ball mit einem Zehnmeter-Volleyschuss  knapp den Kasten verfehlt, so vergab Cüneyt Özkan einen an ihm selbst verwirkten Foulelfmeter. Özkans Schuss flach in das rechte Toreck konnte Hameln Keeper Schmidt mit einer grandiosen Parade von der Linie fischen.

Dass Schmidt zuvor nach seiner Notbremse an Özkan hätte Rot sehen müssen und der Strafstoß hätte wiederholt werden müssen, weil Hamelns Torschütze Klimke deutlich sichtbar zu früh in den Strafraum lief und dabei Özkan fast von hinten in die Beine grätschte, war zwar noch lange Gesprächsthema, konnte aber über den verpassten “Dreier” nicht hinwegtrösten. Ohnehin ist klar: Wer dermaßen viele Großchancen und sogar einen Elfmeter vergibt, besitzt keinen Grund, sich über einige diskutable Entscheidungen des außergewöhnlich großzügig leitenden Schiedsrichters  zu beklagen.

Für SVM-Chefcoach Hubert Hüring und Co-Trainer Damir Bujan wird es nun darauf ankommen, ihre maßlos enttäuschten Schützlinge bis zum “Doppelpack” über Ostern gegen Bavenstedt und Osnabrück II wieder aufzurichten. Dass sie spielerisch über großes Potenzial verfügt, hat die Elf gestern Abend lange Zeit nachgewiesen. In entscheidenden Momenten fehlte ihr jedoch im Abschluss mehrfach die nötige Übersicht und Cleverness.  Schließlich ist im Kampf um die Oberliga-Qualifikation trotz des gestrigen Rückschlages alles drin, geht es doch – wie über Ostern - noch mehrfach gegen die unmittelbare Konkurrenz.

Klar ist jetzt auch, wann der SV Meppen seine restlichen Nachholspiele austrägt. Am Donnerstag, den 13. Mai, geht es ab 15 Uhr daheim gegen den BV Cloppenburg. Am Samstag, den 22. Mai, tritt der SVM um 16 Uhr beim VfL Bückeburg an. Und am Montag, den 24. Mai, steht um 15 Uhr die Partie beim VfL Oythe an.


(SV Meppen)