Was haben nun Andrea und Ulli mit dem Dezember zu tun?
Zunächst mal zu Orkantief Andrea: Die stärkste Bö gab es mit 178 km/h auf der Zugspitze. Das ist zwar ganz flott, aber im Vergleich zu der Bö mit 335 km/h am 12.06.1985 ist das eher Pillepalle. Der Feldberg(Schwarzwald) folgt mit 175 km/h (Rekord war 212 km/h im Dezember 1999).
In den Niederungen wurden Orkanböen aus Norderney, im Binnenland aus Dörrmoschel, 60 km südwestlich von Mainz, gemeldet. Orkanartige Böen mit teils über 100 km/h (Stärke 11) gab es nicht nur bei den üblichen Verdächtigen im Norden, sondern auch im Süden Deutschlands; nämlich mit 102 km/h in Mühldorf am Inn, und auch in München wurden die 100 km/h in Böen überschritten. Zumeist traten die 11erBöen bei Schauern hinter der Kaltfront auf. Einige kamen aber auch mit einem Windhauch davon. Rosenheim, nicht weit weg von München bzw. Mühldorf gelegen, erreichte gerade einmal 40 km/h (Stärke 6) in einer Bö. Man sieht also, wie nah auch in der Meteorologie “Gut und Böse” beieinander liegen.
Nicht nur Wind, auch Regen hatte Andrea im Gepäck. Im Norden waren es 20-30 mm, örtlich also das halbe Monatsmittel, im Nordwesten fielen 30-60 mm, da brachte Andrea örtlich fast das Monatssoll. Im Südwesten hat das Tief örtlich 50 mm und mehr gebracht, auch dort oftmals das halbe Monatssoll. Und am Alpenrand kam fast alles als Schnee runter, da freuen sich die Wintersportler auf den Anstieg der Schneedecke. In Oberstdorf stieg sie von 25 auf 50 cm, auf der Zugspitze wuchs sie von 235 auf 300 cm.
Jetzt noch kurz zu Ulli, der uns am Dienstag beglückte. Auch dort gab es in den Niederungen eine Orkanböe in Glücksburg bei Flensburg. Betrachtet man die höchste Bö aller Stationen, so hatten knapp 80% aller meldungen bei Andrea höhere Böenwerte. Die Vorhersage, dass Ulli nur ein Vorgeschmack auf Andrea sei, war also durchaus richtig. Auch bei Ulli hat es tüchtig geregnet und so ist es nicht verwunderlich, dass in Deutschland bereits am 7ten des Monats etliche Orte gibt, an denen das Niederschlagssoll und vereinzelt sogar der Monatsrekord für Januar bereits überschritten wurde.
Was haben nun Andrea und Ulli mit dem Dezember zu tun? Sie haben die für den 3. Januar geplante Veröffentlichung der Spitzenreiter des Dezember “verhindert”.
Das wird hiermit nachgeholt. Deutschlandwetter im Dezember 2011: Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland
Erste Auswertungen der Ergebnisse von 2 000 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in ganz Deutschland Besonders warme Orte im Dezember 2011* 1. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein) 6,5°C Abweich. +2,1 Grad 2. Platz Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 6,3°C Abweich. +2,4 Grad 3. Platz Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) 6,1°C Abweich. +3,0 Grad Besonders kalte Orte im Dezember 2011* 1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) -1,0°C Abweich. +2,2 Grad 2. Platz Reit im Winkl (Bayern) -0,6°C Abweich. +2,4 Grad 3. Platz Carlsfeld (Sachsen) -0,6°C Abweich. +2,1 Grad Besonders niederschlagsreiche Orte im Dezember 2011** 1. Platz Freudenstadt (Baden-Württemberg) 381,0 l/m² 201 Prozent 2. Platz Lenzkirch-Ruhbühl (Baden-Württemberg) 358,1 l/m² 251 Prozent 3. Platz Meinerzhagen-Redlendorf (Nordrhein-Westfalen) 310,9 l/m² 187 Prozent Besonders trockene Orte im Dezember 2011** 1. Platz Bernburg/Saale (Sachsen-Anhalt) 31,8 l/m² 89 Prozent 2. Platz Artern (Thüringen) 32,4 l/m² 94 Prozent 3. Platz Halle-Kröllwitz (Sachsen-Anhalt) 32,5 l/m² 101 Prozent Besonders sonnenscheinreiche Orte im Dezember 2011** 1. Platz Wielenbach (Bayern) 56 Stunden 114 Prozent 2. Platz Attenkam (Bayern) 53 Stunden 81 Prozent 3. Platz Memmingen (Bayern) 51 Stunden 71 Prozent Besonders sonnenscheinarme Orte im Dezember 2011** 1. Platz Hoherodskopf (Hessen) 2 Stunden 6 Prozent 2. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 4 Stunden 10 Prozent 3. Platz Lüdenscheid (Nordrhein-Westfalen) 5 Stunden 11 Prozent
Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.
* Monatsmittel und Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen Mittelwert der jeweiligen Station (normal = 100 Prozent)
Dipl.-Met. Christoph Hartmann Deutscher Wetterdienst
Hinweis an die Redaktion: Den Monatsüberblick für ganz Deutschland sowie die Temperaturdaten der Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse. Detaillierte Informationen zu rund 400 ausgewählten Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes finden Sie im Wettershop des DWD unter http://www.dwd-shop.de/wetterrueckblick.html.
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